Jürgen Neumann
Jürgen Neumann

"Hurra, wir zerstören das Liether Moor"

So könnte der Leitspruch unserer politischen Parteien in Elmshorn, 
Klein-Nordende und Tornesch lauten, die im Schulterschluss mit 
der Metropolregion Hamburg einen "Fahrradschnellweg" von Elmshorn 
nach Hamburg bauen lassen wollen.  

 

Im Idealfall soll dieser "Fahrradschnellweg" ca. 10 m breit sein und sich 
wie folgt aufgliedern: 

 

4m Radfahrerspur 
1,5m Grünstreifen 
2,5m Fußweg  

sowie abgrenzend links und rechts je 1m Randgrünstreifen. (siehe Beispiel Skizze unten)  

 

Gerne soll dieser "Fahrradschnellweg" beleuchtet sein, damit die unendlich vielen Radfahrer auch nachts im Hellen fahren können. "Kein Witz"  

 

Diese Trasse soll von Elmshorn kommend durch die Ollerlohstraße führen, "hier ist ja auch unendlich viel Platz" dann weiter durchs Liether Moor "hier wohnt und lebt ja sowieso keiner" und schließlich durch die Heimstättenstraße nach Tornesch "diese Straße wurde erst vor wenigen Jahren kostenaufwendig umgebaut” und erschließt ca. 1/3 des Tornescher Wohnraums.  

Die Notwendigkeit dieser Maßnahme wird damit begründet, daß so der Pendlerverkehr auf der Autobahn reduziert und damit der CO² Ausstoß verringert wird.  

 

"Aber zu welchem Preis"  

 

 Denn es stellt sich die Frage, wie viele Pendler wohl ihr Auto in der Garage lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Hamburg fahren, belastbare Zahlen darüber gibt es nicht.  

Darüber hinaus kostet 1 km dieser "Fahrradautobahn" etwa 1.600.000 Millionen €.   

 

Ich denke, da wüsste jeder, wie dieses Geld für wichtige soziale Zwecke, oder den Ausbau und der Erneuerung innerstädtischer Infrastruktur / Radwege verwendet werden könnte.  

 

Ungeachtet dieser Zahlen sind insbesondere auch die Grünen bereit, für die Durchsetzung dieses fragwürdigen Projekts, eines unserer wenigen Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiete zu zerstören. Zur Durchführung dieses Projekts müssten Knicks gerodet, Gräben geschlossen und große Flächen versiegelt werden.  

 

Das Liether Moor beherbergt aber zahlreiche freilebende Wildtiere - ich erspare mir hier die Auflistung - die hier ein letztes Rückzugsgebiet vor dem immer mehr Ressourcen verschlingendem Menschen haben und diese Ruhe benötigen.  

Aber auch die Bewohner Elmshorns und der umliegenden Gemeinden nutzen die Ruhe des Landschaftsschutzgebietes "Liether Moor", um sich bei Spaziergängen zu erholen, sich als Jogger oder Läufer körperlich zu ertüchtigen, mit den Kindern zu toben oder mit dem Hund Gassi zu gehen. Und dann gibt es auch die Radfahrer, die es schätzen, in Ruhe die Natur genießend von A nach B zu fahren. Sie alle nutzen das Liether Moor seit Jahren in gleichberechtigter Weise.   

 

Die Zerstörung dieses Naherholungsgebietes / Landschaftsschutzgebietes für den Bau eines "Fahrradschnellweges" mit vorrangigem Radverkehr, deren Notwendigkeit in keiner Weise belegt werden kann und somit völlig unsinnig ist, ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich seit Jahren für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzen und auch das Liether Moor zu dem gemacht haben, was es heute ist.   

 

Der Bau dieses "Fahrradschnellweges" durch das Liether Moor ist aus Umweltschutzgründen nicht tragbar und sollte mit allen vertretbaren Mitteln verhindert werden. Hier bleibt zu prüfen, ob dieser Fahrradschnellweg überhaupt Sinn macht und erforderlich ist, oder ob es nicht alternative Streckenführungen gibt, die mit dem Schutz der Umwelt und den betroffenen Menschen und Tieren besser in Einklang zu bringen sind. 

 

 

Auch der Betreuungsverein Liether Moor e.V. hat anfang des Jahres einen Bericht zu diesem Theama gebracht!

 

Den Artikel können Sie hier lesen!